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Программа
Людвиг ван Бетховен: 15 вариаций и фуга  на тему из балета "Творения Прометея"
Иоханнес Брамс: три интермеццо
Роберт Шуман: Крейслериана

Предистория
Первый концерт должен был состояться 16 мая 2020 (билеты я забронировала еще первого июля 2019 года). Этот концерт перенесли на
24 ноября 2020, затем перенесли на
20 июня 2021, снова перенесли на
23 ноября 2021, опять перенесли на
30 апреля 2022 года.

Дождалась!!!



Завтра посмотрю документальный фильм «Григорий Соколов. Разговор, которого не было».

Update: в SZ вчера была напечатана рецензия



Aufgehen in der Zeitlosigkeit
Jubel für Ausnahme-Pianist Grigory Sokolov im Herkulessaal

Viel ist gesagt worden über den Virtuosen, der sich allein auf die Bühne traut, mutig den Kampf mit den Notenmassen aufnimmt. Wenn Grigory Sokolov auftritt, fällt einem das nicht ein. Den Blick unabgelenkt nach vorne, gefrorene Miene, bewegt er sich zum Flügel, der ihm zum Rettungsanker wird. Alles Außermusikalische fließt an ihm herab, auch der minutenlange im Stehen vorgebrachte Applaus nach der sechsten Zugabe. Mit dieser dienenden Haltung ermöglicht er den Hörenden wie kein anderer lebender Pianist einen Einblick in das, was es heißt, Musik zu machen - die Gesetze der Zeit für einen Moment verschwinden lassen und sie damit bewusst zu machen. Im mittleren von Brahms' Intermezzi (Opus 117) etwa werden die Notenketten durch Sokolovs Kunst des Legato zu plastischen Kurven; seine absolute Kontrolle über die Klangfarben des Instruments gestattet ihm Registerwechsel, die den Zuhörern den Boden unter den Füßen wegreißen. Erst mit den beiden Oktaven, die das Stück beschließen, kehrt die Realität zurück. Dazwischen: Aufgehen in der Zeitlosigkeit des Sokolov'schen Klanguniversums. Das klingt etwas mystisch und ist es vielleicht auch, zumal in Stücken wie Skrjabins Prélude e-Moll (Opus 11 Nummer 4).

Doch auch einen humorvollen Sokolov kann man an diesem Abend im Herkulessaal erleben. Beethovens Eroica-Variationen beginnt er verhalten, dumpf, selbst die Fortissimo-Oktaven, mit denen andere Pianisten den ersten Überraschungseffekt erzielen. Hier hört man der Musik beim Entstehen zu. Zum Beispiel der buffonesken dritten Variation mit chromatischen Akkordrückungen oder der neunten mit rüde insistierendem B im Bass, das dennoch nichts überdeckt. Alles ist wichtig und verdient, gehört zu werden, das ist die Konsequenz von Sokolovs musikalischem Verantwortungsbewusstsein. In Schumanns Kreisleriana erhält deshalb jede Stimme der (schein)polyfonen Nummern ein eigenes Timbre. Dennoch klingt nichts konstruiert, sondern authentisch naiv, wild, launisch. Wie es eben so ist bei Jahrhundertpianisten: Denken und Fühlen fallen in eins.

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