Sommergedichte, 2
Aug. 1st, 2017 07:11 amSommergedichte, 1 - im Juli
Erick Kästner
«Der August»
Nun hebt das Jahr die Sense hoch
und mäht die Sommertage wie ein Bauer.
Wer sät, muß mähen.
Und wer mäht, muß säen.
Nichts bleibt, mein Herz. Und alles ist von Dauer
Stockrosen stehen hinterm Zaun
in ihren alten, brüchigseidnen Trachten.
Die Sonnenblumen, üppig, blond und braun,
mit Schleiern vorm Gesicht, schaun aus wie Frau'n,
die eine Reise in die Hauptstadt machten.
Wann reisten sie? Bei Tage kaum.
Stets leuchteten sie golden am Stakete.
Wann reisten sie? Vielleicht im Traum?
Nachts, als der Duft vom Lindenbaum
an ihnen abschiedssüß vorüberwehte?
In Büchern liest man groß und breit,
selbst das Unendliche sei nicht unendlich.
Man dreht und wendet Raum und Zeit.
Man ist gescheiter als gescheit, -
das Unverständliche bleibt unverständlich.
in Erntewagen schwankt durchs Feld.
Im Garten riecht's nach Minze und Kamille.
Man sieht die Hitze. Und man hört die Stille.
Wie klein ist heut die ganze Welt!
Wie groß und grenzenlos ist die Idylle ...
Nichts bleibt, mein Herz. Bals sagt der Tag Gutnacht.
Sternschnuppen fallen dann, silbern und sacht,
ins Irgendwo, wie Tränen ohne Trauer.
Dann wünsche Deinen Wunsch, doch gib gut acht!
Nichts bleibt, mein Herz. Und alles ist von Dauer.
Константин Бальмонт
«Август» Сонет
Как ясен август, нежный и спокойный,
Сознавший мимолетность красоты.
Позолотив древесные листы,
Он чувства заключил в порядок стройный.
В нем кажется ошибкой полдень знойный,-
С ним больше сродны грустные мечты,
Прохлада, прелесть тихой простоты
И отдыха от жизни беспокойной.
В последний раз, пред острием серпа,
Красуются колосья наливные,
Взамен цветов везде плоды земные.
Отраден вид тяжелого снопа,
А в небе журавлей летит толпа
И криком шлет "прости" в места родные.